Kosten & Kalkulation 14 Min. Lesezeit

Laborcontainer-Kosten: Was den Preis wirklich bestimmt

Ein Laborcontainer ist kein Katalogprodukt. Zwei Projekte mit identischer Quadratmeterzahl können sich im Preis um den Faktor fünf unterscheiden – allein durch unterschiedliche HLK-Auslegung, Sicherheitsstufe und Validierungsanforderungen. Diese Seite zeigt, welche Faktoren Ihren Preis tatsächlich bestimmen, wie eine seriöse Kalkulation aufgebaut ist und worauf Sie beim Angebotsvergleich achten müssen.

28. Mai 2026 Sven Biewald, Geschäftsführer Planexus GmbH

1. Warum es keinen Listenpreis für Laborcontainer gibt

Wer im Internet nach „Laborcontainer Preis pro Monat" sucht, findet Pauschalzahlen, die nichts wert sind. Ein Laborcontainer ist niemals ein Katalogprodukt, sondern immer eine projektspezifische Konfiguration. Wir würden uns selbst betrügen – und Sie als Bauherrn ebenfalls – wenn wir an dieser Stelle eine Liste mit Festpreisen aufschreiben würden.

Der Grund liegt in der Natur der Sache: Zwei Projekte mit identischer Quadratmeterzahl können sich im Preis um den Faktor fünf unterscheiden – allein durch unterschiedliche HLK-Auslegung, Sicherheitsstufe (BSL, ATEX, GMP), Validierungsanforderungen, Aufstellort, Anschlussbedingungen, Vertragsdauer und regulatorische Pfade. Ein 30 m² großes Standard-Analytiklabor und ein 30 m² großer GMP-Reinraum nach Annex 1 tragen denselben Sammelbegriff „Laborcontainer" – sind aber in Auslegung, Material und Dokumentation komplett unterschiedliche Bauwerke.

Was wir Ihnen stattdessen geben können – und worüber dieser Artikel handelt – sind die Kostenfaktoren. Wenn Sie verstehen, welche acht Blöcke ein Projekt aufbauen und welche Faktoren die Endsumme tatsächlich bewegen, können Sie Anforderungen sauber formulieren, Angebote vergleichbar machen und teure Überraschungen am Vertragsende vermeiden. Die konkrete Kalkulation übernehmen wir dann – kostenfrei, transparent strukturiert und typischerweise innerhalb weniger Arbeitstage nach der Bedarfsklärung.

2. Die acht Kostenblöcke im Detail

Jedes Laborcontainer-Projekt setzt sich aus den gleichen acht Blöcken zusammen, unabhängig davon ob es sich um ein temporäres Übergangslabor, eine dauerhafte Werkserweiterung oder ein Pilotreinraum-Projekt handelt. Wer einen Block in seiner Anforderungsspezifikation übersieht, baut sich eine Budgetlücke ein.

Block 1 – Containerhülle und Grundausstattung

Stahlrahmenkonstruktion (Korten- oder feuerverzinkter Stahl), isolierte Sandwich-Paneele mit projektabhängigem U-Wert, Doppelboden für Medienführung, abwaschbare Wandverkleidung, Akustikdecke, Bodenbelag mit Hohlkehlenausbildung. Diese Hülle macht je nach Ausstattungsklasse einen erheblichen Anteil des Containerpreises aus – der genaue Anteil hängt an Modulgröße, Dämmstandard nach GEG 2024 und Brandschutzanforderung.

Block 2 – Innenausbau und Labormöbel

Laborzeile mit Arbeitsplatte aus Keramik oder chemikalienbeständigem Verbundwerkstoff, Unterschränke mit Sicherheitsfunktion (FWF-Schränke nach DIN EN 14470-1 für brennbare Flüssigkeiten, ggf. Gasflaschenschränke nach DIN EN 14470-2), Edelstahl- oder PP-Spülen, Augennotdusche und Körpernotdusche nach DIN 12899, thermische Desinfektion bei BSL-Bereichen. Wir liefern den kompletten Innenausbau aus dem Wesemann-Verbund – die Möbelkomponenten erfüllen DIN EN 14056 für die Konstruktion und DIN EN 13150 für die Arbeitsflächen. Der Preis skaliert mit Geräteanzahl, Spezialmöbeln, Chemikalien-Resistenzanforderungen und gewünschtem Designstandard.

Block 3 – HLK und Reinraumtechnik

Hier entstehen die größten Preisunterschiede zwischen Ausstattungsklassen. Standard-Labore reichen mit Split-Klimaanlage und mechanischer Lüftung. BSL-2-Lüftungen benötigen H13-Endfilter, Differenzdruck-Überwachung und höhere Luftwechselraten. GMP-Reinräume nach ISO 14644 Klasse 7 (oder strenger) brauchen HEPA-Endfilter, Druckkaskaden über mehrere Räume, sehr hohe Luftwechselraten und vollständige Validierungsdokumentation nach Annex 15. BSL-3 verlangt zusätzlich Notentlüftung, autoklavierbare Abluft und Notstrom-Backup. Wer hier am falschen Ende spart, scheitert an der Validierung oder am Behördenaudit – HLK ist der häufigste Grund für Annex-1-Befunde.

Block 4 – Sicherheitstechnik

Brandmeldeanlage nach DIN 14675, Sprinklerung nach VdS CEA 4001 oder Gaslöschanlage bei sensiblen Geräten, Notduschen und Augenduschen, Gefahrstoffabsaugung an Sicherheitswerkbänken nach DIN EN 12469, Gasalarmierung bei brennbaren oder toxischen Gasen, Notlüftung mit redundanter Stromversorgung. Bei BSL-2 kommen Schleuse, autoklavierbare Abluft und Notstromaggregat hinzu, bei BSL-3 zusätzlich Druckwächter mit Alarm, Notabschaltung und Personenschleuse mit Dusche. Der Sicherheitstechnik-Anteil am Gesamtpreis wächst überproportional mit der Sicherheitsstufe.

Block 5 – Statik, Fundament und Aufstellung

Lastannahmen nach DIN EN 1991 (Eurocode 1), Tragfähigkeit der Aufstellfläche nach DIN 1054 und DIN EN 1997 (Eurocode 7), Schneelastzone, Windzone, Frosttiefe nach DIN EN ISO 13793. Drei Gründungsvarianten dominieren in der Praxis: Punktfundamente aus Betonblöcken, Streifenfundamente bei mehrgeschossigen Aufbauten oder durchgehende Stahlbetonbodenplatte für GMP- und BSL-3-Aufstellung. Schraubfundamente sparen bei kurzer Mietdauer Zeit, kommen aber nicht für alle Bodenklassen in Frage. Die Aufstellung per Mobilkran (40-Tonner bei einem Modul, 80-Tonner und größer bei mehreren Modulen) inklusive Verkehrssicherung nach RSA 21 und Hebezeugführer mit Sachkundenachweis nach DGUV Vorschrift 52 ist ein eigener Kostenblock.

Block 6 – Logistik und Anlieferung

Tieflader-Transport ab Werk Albstadt zum Aufstellort. Die Frachtkosten skalieren mit Modulanzahl, Entfernung und Genehmigungspflicht – ab 3,5 m Transportbreite gilt §29 StVZO Sondergenehmigung, ab 4 m sind Begleitfahrzeuge erforderlich, ab 4,5 m oder bei Nachtfahrten polizeiliche Begleitung. Bei mehreren Modulen entsteht ein Fixkostenanteil für die Mobilkrananlieferung pro Aufstellungstag – das Bündeln mehrerer Module in einer Anlieferung lohnt sich fast immer.

Block 7 – Genehmigung und Planung

Statischer Nachweis durch einen Prüfingenieur nach LBO, Bauantrag oder Anzeige nach §63 oder §76 MBO, ggf. GenTG-Anzeige beim Regierungspräsidium bei Sicherheitsstufe S1/S2 nach GenTSV, Strahlenschutzgenehmigung nach StrlSchG bei radioaktiven Stoffen, immissionsschutzrechtliche Anzeige nach §15 BImSchG bei lufttechnischen Abluftströmen. Planungsleistungen durch Architekt oder TGA-Planer für Medien- und Lüftungsplanung – wir liefern diese Leistungen integriert für jedes Planexus-Projekt aus einer Hand.

Block 8 – Anschlüsse

Stromhauptanschluss nach DIN VDE 0100, häufig über Baustromverteiler mit FI-Sicherung 30 mA; Anschlusswert je Modul abhängig von HLK-Auslegung und Geräteinventar. Trinkwasser nach DIN 1988 Teil 100 mit Systemtrennung Kategorie 5 bei BSL-Bereichen. Abwasseranschluss nach DIN 1986-100 mit Probenahmeschacht und ggf. Neutralisationsanlage. Datenanschluss Glasfaser oder LWL, oft über Mietleitung an Bestand. Bei längeren Strecken kommen Tiefbau und Grabenarbeiten hinzu, die den Anschlusskostenposten schnell vervielfachen können – die Lage des Aufstellorts zum nächsten Übergabepunkt ist einer der unterschätztesten Preistreiber.

3. Ausstattungsklassen als Preistreiber

Die Ausstattungsklasse bestimmt den Preisrahmen mehr als die reine Quadratmeterzahl. Acht Klassen sind in der Praxis relevant – jede mit eigener Normbasis und eigener Kalkulationslogik.

Ausstattungsklasse Normbasis Wesentliche Preistreiber
Standard LaborcontainerDIN EN 14056, GEG 2024Modulanzahl, Innenausbau, Standard-HLK
GLP-LaborOECD GLP, DIN EN ISO/IEC 17025+ Sicherheitswerkbank, Qualitätsdokumentation
BSL-2-ModulBioStoffV, TRBA 100/466+ Schleuse, H13-Filter, autoklavierbare Abluft
BSL-3-ModulBioStoffV, TRBA 100, GenTSV S3+ Druckkaskade, Notentlüftung, Notstrom
GMP-Reinraum ISO 7EU-GMP Annex 1, ISO 14644, Annex 15+ Druckkaskade, HEPA-End, DQ/IQ/OQ/PQ
GMP-Reinraum ISO 5 (LAF)EU-GMP Annex 1 Grade A/B+ Laminar Air Flow, höchste Validierung
Ex-Schutz ATEX Zone 1/2RL 2014/34/EU, EN 60079, BetrSichV+ Ex-Geräte, Gaswarnanlage, EX-Lüftung
Strahlenschutz-LaborStrlSchG, StrlSchV, DIN 6844+ Abschirmung, Aktivitätsmessung, Genehmigung

Innerhalb jeder Klasse variiert der Preis nochmals erheblich nach Modulanzahl, Geräteausstattung, Standortbedingungen und Vertragsdauer. Eine konkrete Kalkulation erstellen wir nach Bedarfsklärung.

Die typische Fehlentscheidung in der Bedarfsplanung: Eine zu hohe Sicherheitsstufe wird „vorsorglich" mitspezifiziert, weil unklar ist, ob künftig vielleicht mit gefährlicheren Agenzien gearbeitet werden soll. Das treibt den Preis ohne realen Nutzen. Umgekehrt führt eine zu niedrige Spezifikation zu späterem Nachrüstaufwand, der teurer wird als die direkte Auslegung gewesen wäre. Eine ehrliche Bedarfsklärung mit dem Forschungs- oder Qualitätsleiter vor der Angebotseinholung ist der größte Hebel zur Kostenoptimierung.

4. Miete vs. Kauf vs. Mietkauf – die Entscheidungsmatrix

Die häufigste Frage am Telefon ist nicht „Was kostet das?", sondern „Soll ich mieten oder kaufen?". Die ehrliche Antwort hängt an vier Variablen: Nutzungsdauer, Kapitalverfügbarkeit, Bilanzierungsanforderung und voraussichtliche technische Halbwertszeit der Ausstattung.

Kriterium Miete Mietkauf Kauf
Wirtschaftlich ab Dauerbis ca. 24 Monate24 – 48 Monateab 48 Monate
Kapitalbindungkeineteilweisevoll
BilanzwirkungOPEX, sofort abzugsfähigCAPEX teilweiseCAPEX, AfA 10–15 Jahre
Skalierbarkeithoch (Module zuziehen/zurückgeben)mittelniedrig
Restwertrisikokeinesvertraglich geregeltvoll beim Käufer
Wartung & Serviceim Mietpreis enthaltenteils enthalteneigene Sache
Typische AnwenderForschungsprojekte, Sanierungen, KampagnenPilotanlagen, mittlere Projektedauerhafte Werkserweiterung

Die Praxis-Faustregel, die wir Bauherren seit Jahren mitgeben: Multiplizieren Sie die voraussichtliche Monatsmiete mit der geplanten Nutzungsdauer in Monaten. Liegt das Ergebnis deutlich unter dem Kaufpreis, mieten Sie. Liegt es deutlich darüber, kaufen Sie. Dazwischen lohnt das Mietkaufmodell mit verrechneten Mietraten und einem Restkaufpreis am Vertragsende – das macht den späteren Wechsel von der Brückenlösung zur Dauerausstattung ohne doppelte Investition möglich. Die konkreten Mietraten und Kaufpreise kalkulieren wir individuell nach Bedarfsklärung.

5. Die sieben versteckten Kostenposten

Sieben Posten verschwinden in Discount-Angeboten regelmäßig – tauchen aber spätestens auf der Schlussrechnung wieder auf. Wer sie kennt, fragt sie aktiv ab und verhindert die böse Überraschung.

  1. Rückbau am Mietende: Demontage, Abtransport, Wiederherstellung der Aufstellfläche. Häufig nur als Klausel „Rückbau zu Lasten des Mieters" erwähnt, ohne Preisbenennung im Angebot.
  2. HLK-Dauerstrombetrieb: BSL- und Reinraum-Container ziehen ganzjährig erhebliche Dauerlast. Im Mietangebot taucht das nicht auf – auf der Stromabrechnung der Hochschule oder des Unternehmens schon. Die Energiekosten über die Vertragslaufzeit können ein erheblicher OPEX-Posten werden.
  3. Filterwechsel: HEPA-Endfilter H13 bei BSL-2 wechseln alle 12 bis 24 Monate, ULPA-Filter bei ISO-5-Reinraum entsprechend häufiger. Materialkosten plus Servicepauschale pro Wechsel.
  4. Re-Qualifizierung nach Standortwechsel: Jede Analytikgeräte muss nach Umzug IQ/OQ/PQ-validiert werden. Bei akkreditierten Prüfstellen nach DIN EN ISO/IEC 17025 zusätzlich DAkkS-Standortanzeige.
  5. Versicherung: Allgefahrendeckung für gemietete Container ist üblicherweise Mietersache und wird oft im Angebot nicht ausgewiesen.
  6. Wartungsverträge: HLK, Filter, Brandmeldeanlage, Notduschen – häufig nicht in der Grundmiete enthalten, sondern separat zu vereinbaren.
  7. Index-Klauseln: Mietraten steigen mit dem Verbraucherpreisindex oder einem fest vereinbarten jährlichen Eskalationssatz. Über mehrjährige Laufzeit kann sich die Rate erheblich vom Startangebot entfernen – die Klausel gehört explizit verhandelt.

6. Die 14-Punkte-Angebotsvergleichscheckliste

Vergleichbarkeit entsteht nur, wenn Sie jedem Anbieter die gleiche Punkteliste vorgeben. Diese vierzehn Punkte gehören in jedes Briefing:

  1. Modulanzahl, Innenmaße L × B × H, Nutzfläche in m²
  2. Ausstattungsklasse mit Norm-Referenz (Standard, GLP, GMP-Klasse, BSL-Stufe, ISO 14644 Klasse)
  3. HLK-Auslegung in kW und Luftwechselrate pro Stunde
  4. Filterstufen F7/F9/H13/H14 und Wartungsintervalle in Monaten
  5. Stromanschlusswert in Ampere je Modul und maximale Dauerlast in kW
  6. Wasser- und Abwasseranschluss inklusive Reinwasseraufbereitung wenn benötigt
  7. Brandschutzkonzept, Sprinkler oder Gaslöschanlage, Brandmeldeanlage
  8. Mietpreis monatlich netto inklusive expliziter Auflistung enthaltener Leistungen
  9. Mindestmietdauer und Verlängerungsoptionen mit konkreter Preisanpassungsformel
  10. Einmalkosten Anlieferung, Aufstellung, Rückbau jeweils gesondert ausgewiesen
  11. Fundament- und Statikanforderungen mit Lastannahmen in kN/m²
  12. Validierungs- und Qualifizierungsdokumentation IQ/OQ/PQ inklusive Umfang
  13. Wartungspauschale und garantierte Reaktionszeit bei Störungen
  14. Optional: Wiederverkaufswert oder Rückkaufoption am Mietende mit konkretem Restwertfaktor

Mit dieser Liste werden Discountanbieter und seriöse Anbieter zum ersten Mal direkt vergleichbar. Wir bei Planexus liefern jedes Angebot in genau dieser Struktur aus – auf einem Blatt, ohne Sternchen, ohne „nach Aufwand" am Vertragsende.

7. Förderungen und Finanzierung 2026

Vier Förderwege sind in der Praxis relevant. Bundes-Forschungs- und Innovationsförderung über BMBF, BMWK und Projektträger (DLR, Jülich, VDI/VDE-IT) – Drittmittelprojekte können Containermieten und -käufe als investive Mittel oder Mietkostenposition abrechnen, sofern projektkostenförderfähig nach Förderrichtlinie. Landesförderbanken (NRW.Bank, L-Bank, LfA Bayern, IBB) bieten zinsverbilligte Investitionsdarlehen für Mittelstand und Forschungseinrichtungen, oft mit Tilgungsfreijahren. EU-Programme Horizon Europe und EIC Accelerator akzeptieren Containerlösungen als CAPEX oder OPEX. KfW-Programme wie ERP-Mittelstandskredit und KfW-Klimaschutzoffensive bieten verbilligte Konditionen für energieeffiziente Modullabore.

Bei größeren Investitionsvorhaben lohnt fast immer eine Förderprüfung; wir empfehlen die Einbindung des hauseigenen Drittmittelreferats oder eines spezialisierten Beraters in der Vorprojektphase. Die Bearbeitungszeit eines KfW-Antrags liegt typischerweise bei sechs bis zwölf Wochen, BMBF-Förderanträge brauchen sechs bis neun Monate – diese Vorlaufzeit muss in den Projektplan einkalkuliert werden.

8. So läuft eine seriöse Kalkulation ab

Vom ersten Telefonat bis zum belastbaren Angebot vergehen bei Planexus in der Regel fünf bis zehn Arbeitstage. Der Ablauf folgt einem klaren Vier-Schritt-Modell:

  1. Bedarfsklärung (1 Telefonat, 30 – 60 Minuten): Wir gehen die acht Kostenblöcke gemeinsam durch und klären Anwendungsfeld, Sicherheitsstufe, Modulgröße, voraussichtliche Nutzungsdauer, Aufstellort und Anschlussbedingungen. Wer Forschungs- oder Qualitätsleiter ist, sollte an diesem Termin teilnehmen – nicht nur der Einkauf.
  2. Vor-Ort-Termin oder Standortanalyse (optional, 1 Tag): Bei komplexen Aufstellorten (Innenhöfe, Hochbauanbindung, schwierige Anlieferung) sehen wir uns die Situation an. Per Foto und Lageplan funktioniert das oft auch remote.
  3. Kalkulation und Angebotserstellung (3 – 7 Arbeitstage): Wir kalkulieren alle acht Kostenblöcke einzeln, prüfen Mietkauf-Modelle gegen Direktkauf, klären Förderfähigkeit und Genehmigungspfad mit der zuständigen Bauaufsicht. Das Angebot kommt in der vierzehn-Punkte-Struktur – ohne Pauschalen, ohne Sternchen.
  4. Angebotsbesprechung und Anpassung (1 Termin, 60 – 90 Minuten): Wir gehen jede Position gemeinsam durch, zeigen Einsparpotenziale (z. B. durch Senkung der Sicherheitsstufe wenn nicht zwingend nötig, oder durch Bündelung mehrerer Module in einer Anlieferung) und passen das Angebot bei Bedarf an. Erst danach beginnt die Auftragsphase.

Diese vier Schritte sind für Sie als Bauherr kostenfrei und verpflichten zu nichts. Ein belastbares, schriftliches Angebot zu Ihrem Projekt liegt damit typischerweise innerhalb von zwei Wochen vor – früh genug, um Genehmigungsverfahren, Förderanträge und interne Budgetfreigaben anzustoßen.

9. FAQ – die 8 häufigsten Fragen zur Laborcontainer-Kalkulation

Warum gibt es keinen Listenpreis für Laborcontainer?

Ein Laborcontainer ist nie ein Katalogprodukt, sondern immer eine projektspezifische Konfiguration. Zwei Projekte mit identischer Quadratmeterzahl können sich um den Faktor fünf unterscheiden – allein durch unterschiedliche HLK-Auslegung, Sicherheitsstufe und Validierungsanforderungen. Aus diesem Grund kalkulieren wir jedes Angebot individuell nach Bedarfsklärung.

Welche Kostenblöcke umfasst ein Laborcontainer-Projekt?

Acht Blöcke: Containerhülle und Grundausstattung, Innenausbau und Labormöbel, HLK und Reinraumtechnik, Sicherheitstechnik, Statik und Fundament und Aufstellung, Logistik und Anlieferung, Genehmigung und Planung, sowie Anschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser und Daten. Wer einen Block übersieht, baut sich eine Budgetlücke.

Lohnt sich Miete oder Kauf bei einem Laborcontainer?

Faustregel: Bis rund 24 Monate Miete, ab rund 48 Monaten Kauf, dazwischen Mietkauf. Vier Variablen entscheiden konkret: Nutzungsdauer, Kapitalverfügbarkeit, Bilanzierungsanforderung und voraussichtliche technische Halbwertszeit der Ausstattung. Miete schont die Liquidität, Kauf schafft einen bilanziellen Vermögenswert, Mietkauf verrechnet einen Teil der Mieten auf einen späteren Restkaufpreis.

Welche Einmalkosten kommen zur Miete oder zum Kauf hinzu?

Fünf Einmalkostenblöcke: An- und Abtransport per Tieflader, Aufstellung per Mobilkran mit Verkehrssicherung nach RSA 21, Fundament (Punktfundamente, Streifenfundamente, Bodenplatte oder Schraubfundamente), Medienanschluss (Strom nach DIN VDE 0100, Trinkwasser nach DIN 1988, Abwasser nach DIN 1986-100, Datennetz), sowie Genehmigung und Planung. Werden bei jedem Projekt individuell beziffert.

Welche versteckten Kosten werden in günstigen Angeboten oft weggelassen?

Sieben Posten: Rückbau am Mietende, HLK-Dauerstrombetrieb, HEPA-Filterwechsel alle 12–24 Monate, Re-Qualifizierung (IQ/OQ/PQ) nach Standortwechsel, Allgefahrenversicherung, Wartungsverträge, Index-Klauseln zur jährlichen Mietsteigerung. Wer diese Posten im Angebot nicht aufgeführt sieht, vergleicht nicht das gleiche.

Was kostet ein GMP-Reinraum-Container nach Annex 1?

Eine konkrete Preisnennung wäre irreführend – der Preis hängt an Reinraumklasse (ISO 14644 Klasse 5/7/8), Luftwechselrate, Anzahl der Schleusen, Druckkaskaden-Stufen, Validierungsumfang nach Annex 15 (DQ/IQ/OQ/PQ) und Vertragsdauer. Wir kalkulieren Annex-1-konforme Reinraum-Container nach detaillierter Bedarfsklärung mit der Pharma-QA des Bauherrn; ein belastbares Angebot liegt typischerweise innerhalb von zwei Wochen vor.

Welche Förderungen gibt es für Laborcontainer in Deutschland 2026?

Vier Wege: BMBF/BMWK-Forschungsförderung (Drittmittel investiv), Landesförderbanken NRW.Bank/L-Bank/LfA/IBB (zinsverbilligte Darlehen), EU Horizon Europe und EIC Accelerator (CAPEX-Förderung), KfW-Programme (Mittelstandskredit, Klimaschutzoffensive). Bei größeren Investitionsvorhaben lohnt fast immer eine Förderprüfung. Antragsbearbeitungszeit muss in den Projektplan einkalkuliert werden.

Wie mache ich Angebote verschiedener Laborcontainer-Anbieter vergleichbar?

Vorgabe der gleichen vierzehn Positionen an alle Anbieter: Modulanzahl + Maße + m², Ausstattungsklasse mit Norm, HLK kW + Luftwechsel, Filterstufen + Wartung, Stromanschluss A + Dauerlast kW, Wasser/Abwasser/Reinwasser, Brandschutz, Mietpreis monatlich netto, Mindestmietdauer + Verlängerung, Einmalkosten gesondert, Fundament/Statik kN/m², Validierungsdokumentation IQ/OQ/PQ, Wartung + Reaktionszeit, optional Rückkaufoption. Erst dann sind Anbieter direkt vergleichbar.

Individuelle Kalkulation für Ihr Projekt

Jedes Projekt ist anders – deshalb gibt es bei uns auch keine Pauschalen. Beschreiben Sie uns kurz Anwendung, Modulgröße, Sicherheitsstufe und gewünschte Vertragsdauer. Sie erhalten innerhalb weniger Arbeitstage ein vollständig aufgeschlüsseltes Angebot in der vierzehn-Punkte-Struktur aus diesem Artikel. Kostenfrei. Ohne Verpflichtung.

SB

Sven Biewald

Geschäftsführer Planexus GmbH

Seit über 25 Jahren im Modulbau und Laborbau aktiv. Verantwortet bei Planexus die Projektkalkulation für Forschungslabore, Pharmaproduktion und mobile Diagnostik – von der ersten Bedarfsklärung bis zum schlüsselfertigen GMP-Container. Mitglied im Wesemann-Holding-Verbund.