Umwelt- & Wasseranalytik 14 Min. Lesezeit

PFAS-Analytik: Laborkapazität mit Laborcontainern erweitern

Seit dem 12. Januar 2026 gilt der PFAS-Grenzwert in der Trinkwasserverordnung, am 12. Januar 2028 folgt die zweite Stufe. Was ein Labor für die Spurenanalytik im Nanogramm-Bereich braucht und wie zusätzliche Messkapazität entsteht, bevor die nächste Frist greift.

8. Oktober 2026 Thomas Boss, Technischer Leiter Planexus
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PFAS, die sogenannten Ewigkeitschemikalien, sind seit Anfang 2026 kein Forschungsthema mehr, sondern Routine. Jeder Wasserversorger in Deutschland muss den neuen Grenzwert für die Summe PFAS-20 einhalten und nachweisen. Die Nachweise liefern Labore, die einzelne Stoffe im Bereich von 1,5 Nanogramm pro Liter sicher bestimmen können. Laut der Deutschen Akkreditierungsstelle waren im Januar 2026 rund 50 Prüflabore für diese PFAS-Analytik nach Trinkwasserverordnung akkreditiert.

Dieser Beitrag richtet sich an Laborleitungen von Wasserversorgern, Umweltlaboren und Untersuchungsämtern, die mehr Messkapazität brauchen. Er erklärt die rechtlichen Vorgaben in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er zeigt, warum ein PFAS-Labor andere Anforderungen an Räume und Technik stellt als ein klassisches Wasserlabor. Und er beschreibt, wie ein Laborcontainer diese Anforderungen erfüllt.

PFAS-Analytik im Laborcontainer: LC-MS/MS-System mit UHPLC und Lösungsmittelflaschen, Probenvials im Rack und Laborarbeitsplätze in einem modularen Labor
Symbolbild: LC-MS/MS-Messplatz in einem Laborcontainer. Spurenanalytik braucht stabiles Raumklima, saubere Stromversorgung und durchdachte Medienführung.

PFAS-Grenzwerte im Trinkwasser: Was seit 2026 gilt

Die Trinkwasserverordnung von 2023 setzt die EU-Trinkwasserrichtlinie (EU) 2020/2184 in deutsches Recht um. Sie führt PFAS in zwei Stufen als Parameter ein. Beide Werte stehen in Anlage 2 der TrinkwV:

Parameter Grenzwert Gilt ab Stoffe
Summe PFAS-20 0,1 µg/l (100 ng/l) 12. Januar 2026 10 Perfluorcarbonsäuren (PFBA bis PFTrDA) und 10 Perfluorsulfonsäuren (PFBS bis PFTrDS)
Summe PFAS-4 0,02 µg/l (20 ng/l) 12. Januar 2028 PFOA, PFNA, PFHxS, PFOS

Für die Summen zählen nur Stoffe, die nachgewiesen und mengenmäßig bestimmt wurden. Werte unter der Bestimmungsgrenze fließen nicht ein. Die Konzentrationen der Einzelstoffe müssen trotzdem separat ausgewiesen werden. Das hat direkte Folgen für das Labor: Wer eine höhere Bestimmungsgrenze hat, meldet niedrigere Summen. Deshalb legt die Verordnung fest, wie empfindlich gemessen werden muss.

Anforderungen an das Messverfahren nach Anlage 7

Anlage 7 der TrinkwV regelt die Verfahrenskennwerte. Für PFAS bedeutet das:

  • Die Bestimmungsgrenze darf höchstens 30 Prozent des Grenzwerts betragen.
  • Für die Summenparameter wird das auf die Einzelstoffe umgelegt. Jeder Einzelstoff muss bis 1,5 ng/l bestimmbar sein, sowohl für PFAS-20 als auch für PFAS-4.
  • Die zulässige Messunsicherheit (k = 2) liegt bei 50 Prozent des Grenzwerts.
  • Das Verfahren muss Konzentrationen in Höhe des Grenzwerts mit dieser Messunsicherheit sicher erfassen.

Untersuchen dürfen nur zugelassene Untersuchungsstellen. Die Länder veröffentlichen nach § 40 TrinkwV Listen dieser Stellen mit ihrem Parameterumfang. Voraussetzung ist laut DAkkS eine Akkreditierung als Prüflabor nach DIN EN ISO/IEC 17025.

Kernaussage

1,5 ng/l pro Einzelstoff entspricht 1,5 Milliardstel Gramm in einem Liter Wasser. In diesem Bereich entscheidet nicht nur das Messgerät über die Qualität, sondern das ganze Labor: Materialien, Raumklima, Arbeitswege und Blindwerte.

Österreich und Schweiz: Stand der PFAS-Regeln

Österreich hat den Parameter mit einer Novelle der Trinkwasserverordnung vom Februar 2024 aufgenommen. Seit dem 12. Januar 2026 gilt dort ebenfalls ein Parameterwert von 0,10 µg/l für die Summe von 20 PFAS. Nach Angaben des Landes Oberösterreich müssen Anlagen mit mehr als 100 m³ Abgabe pro Tag PFAS ab 2026 in die jährliche Volluntersuchung aufnehmen. Kleinere Anlagen von 10 bis 100 m³ pro Tag haben bis 2032 Zeit. Eine österreichische PFAS-4-Stufe für Trinkwasser war bei Redaktionsschluss nicht belegt.

In der Schweiz regelt die TBDV bisher drei PFAS einzeln: PFOS und PFHxS mit je 0,3 µg/l, PFOA mit 0,5 µg/l. Der Bundesrat hat am 27. Mai 2026 eine Vernehmlassung eröffnet, die unter anderem einen Höchstwert von 0,1 µg/l für die Summe von 20 PFAS vorsieht. Die Frist endete am 18. September 2026. Ein Datum für das Inkrafttreten stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Für Laborbetreiber in der Schweiz heißt das: Die Messanforderungen werden sich voraussichtlich dem EU-Niveau annähern.

Warum die Nachfrage nach PFAS-Laboren steigt

Drei Entwicklungen treffen zusammen. Erstens ist PFAS jetzt Pflichtparameter für alle Wasserversorger, nicht nur für Verdachtsfälle. Zweitens kommt 2028 mit PFAS-4 ein Grenzwert, der fünfmal niedriger liegt als der für PFAS-20. Versorger mit Werten nahe an dieser Schwelle werden enger überwachen und Aufbereitungsmaßnahmen mit eigenen Messreihen begleiten. Drittens wächst der Bedarf außerhalb des Trinkwassers: Grundwasser, Altlasten, Böden, Abwasser und Lebensmittel werden ebenfalls auf PFAS untersucht.

Das ZDF berichtete Anfang 2026 von monatelangem Hochbetrieb in einem anerkannten Trinkwasserlabor. Belastbare bundesweite Zahlen zu Wartezeiten gibt es nicht. Klar ist aber: Ein zusätzliches LC-MS/MS-System lässt sich bestellen. Der passende Raum dafür ist oft der Engpass. Ein bestehendes Labor umzubauen, während es weiter Proben misst, ist schwierig. Welche Optionen es während einer Sanierung gibt, zeigt unser Beitrag zum Übergangslabor im Mietcontainer.

Was ein PFAS-Labor von einem normalen Wasserlabor unterscheidet

Die Messmethoden sind genormt. DIN 38407-42 (Ausgabe 2011) beschreibt die Bestimmung ausgewählter PFAS in Trink-, Grund- und Oberflächenwasser sowie behandeltem Abwasser. Die Proben werden mit Festphasenextraktion (SPE) angereichert und mit HPLC-MS/MS gemessen. DIN EN 17892:2024 regelt speziell PFAS in Trinkwasser mit LC-MS/MS. Sie lässt sowohl Direktinjektion als auch SPE zu.

Das eigentliche Problem steht in der Norm selbst: Wie niedrig die Bestimmungsgrenze tatsächlich ist, hängt von den Blindwerten ab, die ein Labor erreicht. PFAS kommen nämlich nicht nur in der Probe vor, sondern auch im Labor.

Typische PFAS-Quellen im Labor

  • LC-System: Lösungsmittelleitungen aus PTFE, Entgaser und Pumpenteile können PFAS abgeben. Gerätehersteller empfehlen PEEK-Leitungen und Flaschenverschlüsse aus Polypropylen.
  • Delay-Säule: Eine Verzögerungssäule zwischen Mischer und Injektor hält PFAS aus dem System zurück. Sie eluieren dann später als die PFAS aus der Probe und stören die Auswertung nicht.
  • Vials und Verschlüsse: PTFE-beschichtete Septen sind für PFAS-Analytik ungeeignet. Üblich sind Gefäße und Verschlüsse aus Polypropylen oder Polyethylen.
  • Probenvorbereitung: SPE-Kartuschen, Lösungsmittel und Schläuche müssen auf PFAS-Hintergrund geprüft werden. Langkettige PFAS haften außerdem an Oberflächen, was zu Verlusten führt.
  • Raum und Ausstattung: Fluorpolymere stecken auch in Dichtungen, Beschichtungen und Ausrüstung. Bei der Planung eines Spurenlabors gehört deshalb jedes Material im Arbeitsbereich auf den Prüfstand.

Hinzu kommt die Verschleppung. Kalibrierstandards haben deutlich höhere Konzentrationen als die Proben. Wer Standards und Proben am selben Platz ansetzt, riskiert Querkontamination. Gute Praxis ist deshalb eine räumliche Trennung zwischen Arbeiten mit hohen und mit niedrigen Konzentrationen. Diese Trennung lässt sich im Grundriss leichter umsetzen als später in der Organisation.

Raumprogramm für ein PFAS-Labor im Container

Die Abläufe in der PFAS-Analytik sind gut bekannt. Daraus ergibt sich ein Raumprogramm, das sich in Modulen gut abbilden lässt. Wie viele Module ein Projekt braucht, hängt vom Probendurchsatz und der Zahl der Messsysteme ab.

Bereich Aufgabe Planungsschwerpunkt
Probenannahme Eingang, Erfassung, Kühllagerung Kühlkapazität, kurze Wege, Anbindung an das LIMS
Probenvorbereitung SPE, Einengen unter Stickstoff, Aufnahme in Lösungsmittel Laborabzug, Lösungsmittelhandling, Stickstoffversorgung
Standardansatz Kalibrier- und interne Standards ansetzen Getrennt von der Spurenprobenvorbereitung
Messraum LC-MS/MS-Systeme Temperaturstabilität, Abwärme, Strom, Abluft der Vorpumpen
Technik Stickstoffgenerator, Kompressor, Reinstwasser, USV Schall und Wärme aus dem Messraum heraushalten
Auswertung Datenauswertung, Freigabe, Berichte Bildschirmarbeitsplätze, Netzwerk, Datensicherung

Das Einengen der Extrakte unter Stickstoff und der Umgang mit Methanol gehören an einen Laborabzug nach DIN EN 14175. Für die Ausstattung der übrigen Bereiche hilft unsere Ausstattungs-Checkliste.

LC-MS/MS im Laborcontainer: die technischen Anforderungen

Triple-Quadrupol-Massenspektrometer stellen klare Anforderungen an ihren Aufstellort. Hersteller fassen sie in Site-Preparation-Unterlagen zusammen. Die folgenden Werte stammen aus solchen Unterlagen für LC/MS-Triple-Quad-Systeme. Sie zeigen die Größenordnung. Maßgeblich ist immer das aktuelle Dokument für Ihr Gerätemodell.

Anforderung Beispielwerte aus Herstellerunterlagen Umsetzung im Container
Raumtemperatur Betrieb 15–35 °C, konstant innerhalb ±3 °C um die Kalibriertemperatur Klimatisierung auf die Gerätewärme ausgelegt, gedämmte Hülle, Monitoring
Temperaturänderung Ältere LC/MS-Unterlagen: höchstens 2–3 °C pro Stunde Zuluftführung ohne direkte Anströmung der Geräte
Abwärme Unter 4.500 BTU/h je System, das sind rund 1,3 kW. Ein Stickstoffgenerator kann zusätzlich bis etwa 2,8 kW abgeben. Kühllast aus der Geräteliste berechnen, Generator möglichst in separatem Technikraum
Stickstoff Je nach Modell bis 30 bzw. 50 l/min, 5,5–6,8 bar, kohlenwasserstofffrei Generator oder Flüssigstickstoff, Leitungsführung, Sauerstoffmangel-Warnung prüfen
Strom 200–240 V, eigene Anschlüsse je System, Spannungstoleranz +10 / −5 %, störungsfreie Erdung Eigene Stromkreise, USV für Messung und Datenerfassung
Abluft Abluft von Ionenquelle und Vorpumpe nach außen führen Angeschlossene Punktabsaugung, in die Lüftungsbilanz einrechnen

Der wichtigste Punkt im Container ist die Wärmebilanz. Auf kleiner Fläche stehen mehrere Messsysteme, HPLC-Pumpen, Rechner und gegebenenfalls ein Stickstoffgenerator. Dazu kommt die Außentemperatur im Sommer. Wie wir Kühllast, Luftwechsel und Normen im Container zusammenbringen, beschreibt der Beitrag zur Klimatisierung im Laborcontainer. Temperatur, Gerätestatus und Stickstoffdruck lassen sich zudem fernüberwachen. Mehr dazu im Beitrag zu LIMS, IoT und Remote-Monitoring.

Materialauswahl ab Werk

Bei einem Umbau im Bestand finden Sie die vorhandenen Materialien vor. Bei einem Laborcontainer werden sie festgelegt, bevor gebaut wird. Für ein PFAS-Labor lohnt es sich, in der Fachplanung eine Materialliste für den Arbeitsbereich zu führen: Dichtungen, Schläuche, Beschichtungen von Möbeln und Oberflächen, Armaturen und die Leitungen der Reinstwasserversorgung. Wo Fluorpolymere technisch nötig sind, etwa wegen der Chemikalienbeständigkeit, wird das bewusst entschieden und dokumentiert.

Warum ein Laborcontainer für PFAS-Kapazität sinnvoll ist

Zeit

Fertigung im Werk in typischerweise 8 bis 14 Wochen, parallel zu Genehmigung und Fundament. Der laufende Laborbetrieb wird nicht durch eine Baustelle im Gebäude gestört.

Kontrollierte Umgebung

Neue Hülle, neue Lüftung, festgelegte Materialien. Für ein Spurenlabor ist das eine bessere Ausgangslage als ein umgebauter Altbestand.

Standort neben dem Bestand

Der Container steht direkt am vorhandenen Labor. Probenlogistik, Personal und LIMS bleiben gemeinsam nutzbar.

Mieten oder kaufen

Zur Überbrückung bis zum Neubau passt die Miete. Als dauerhafte Erweiterung lohnt sich der Kauf.

Für mobile Einsätze, etwa Messkampagnen an Wasserwerken oder an Altlastenstandorten, eignet sich ein kompaktes, transportables System wie der LABtoGO. Wie mobile Labore vor Ort arbeiten, zeigt auch unser Beitrag zur Materialprüfung auf der Baustelle. Wer Labore für Behörden und Untersuchungsämter plant, findet weitere Informationen auf unserer Seite zu Public Health und Krisenvorsorge.

Akkreditierung bleibt Sache des Labors

Ein Laborcontainer schafft die räumlichen und technischen Voraussetzungen. Die Akkreditierung erteilt er nicht. Ein neuer Messraum oder ein neuer Standort muss vom Labor mit der Akkreditierungsstelle abgestimmt und im Qualitätsmanagement abgebildet werden. Dazu gehören Raumbeschreibung, Umgebungsüberwachung, Gerätequalifizierung und die Verfahrensvalidierung am neuen Ort. Planen Sie diesen Schritt von Anfang an im Zeitplan ein. Eine saubere technische Dokumentation des Containers macht ihn deutlich einfacher.

Zeitplan: Rückwärts gerechnet ab dem 12. Januar 2028

Wer zur PFAS-4-Frist zusätzliche Kapazität einsatzbereit haben will, rechnet am besten rückwärts. Die folgenden Phasen sind typisch. Die tatsächliche Dauer hängt von Genehmigung, Gerätelieferzeiten und der Akkreditierungsstelle ab.

  1. 1. Bedarf und Raumprogramm: Probenaufkommen, Zahl der Messsysteme, Geräteliste mit Abwärme und Medien.
  2. 2. Standort und Genehmigung: Aufstellort, Fundament, Medienanschlüsse, baurechtliche Klärung. Hintergründe im Beitrag zur Genehmigung und zu Aufstellung und Statik.
  3. 3. Fachplanung und Vergabe: Lüftung, Klima, Strom, Gase, Materialliste. Was in die Unterlagen gehört, zeigt der Beitrag zur Ausschreibung mit Lastenheft.
  4. 4. Fertigung im Werk: typischerweise 8 bis 14 Wochen, parallel dazu Fundament und Anschlüsse vor Ort.
  5. 5. Aufstellung und Inbetriebnahme: Montage, Medienanschluss, Messung der Raumbedingungen.
  6. 6. Geräte, Validierung, Akkreditierung: Installation der LC-MS/MS, Blindwertprüfung, Verfahrensvalidierung, Abstimmung mit der Akkreditierungsstelle.

Die Erfahrung zeigt: Verzögerungen entstehen selten im Werk, sondern bei offenen Fragen am Anfang. Die häufigsten Ursachen beschreibt unser Beitrag zu den fünf Planungsfehlern. Für Oktober 2026 heißt das: Wer bis Anfang 2028 messen will, sollte jetzt mit Schritt 1 beginnen.

Checkliste: PFAS-Labor im Container planen

  • → Probenaufkommen heute und nach 2028 abschätzen
  • → Messverfahren festlegen: DIN 38407-42 oder DIN EN 17892, Direktinjektion oder SPE
  • → Site-Preparation-Unterlagen der geplanten LC-MS/MS-Systeme beschaffen
  • → Wärmelast aller Geräte inklusive Stickstoffgenerator zusammenstellen
  • → Getrennte Bereiche für Standards und Spurenproben vorsehen
  • → Materialliste für den Arbeitsbereich mit Blick auf Fluorpolymere führen
  • → Stickstoff-, Reinstwasser- und Stromversorgung inklusive USV klären
  • → Umgebungsmonitoring (Temperatur, Feuchte) mit Datenaufzeichnung einplanen
  • → Akkreditierungsstelle früh über den neuen Messraum informieren
  • → Miete oder Kauf nach Nutzungsdauer entscheiden

Fazit

Die PFAS-Analytik im Trinkwasser ist seit 2026 Pflicht und wird 2028 noch anspruchsvoller. Gemessen wird im Bereich von 1,5 ng/l pro Einzelstoff. In diesem Bereich hängt die Qualität der Ergebnisse vom ganzen Labor ab: stabiles Raumklima, saubere Medien, durchdachte Wege und kontrollierte Materialien.

Ein Laborcontainer kann diese Bedingungen schneller schaffen als ein Umbau im laufenden Betrieb. Voraussetzung ist eine Planung, die von den Messverfahren ausgeht und nicht von Quadratmetern. Dann wird aus einem zusätzlichen Gerät eine zusätzliche, akkreditierungsfähige Messkapazität.

PFAS-Kapazität planen

Sie brauchen zusätzliche Messkapazität für PFAS und wollen wissen, was ein Laborcontainer dafür leisten muss? Planexus plant mit Ihnen Raumprogramm, Klima, Medien und Materialien und liefert das Labor schlüsselfertig.

Kostenlose Erstberatung anfragen

Quellen: TrinkwV Anlage 2, Anlage 7 und § 40 (gesetze-im-internet.de); DAkkS-Meldung vom 15. Januar 2026; AGES und Land Oberösterreich zur österreichischen TWV; BAFU und BLV zur Revision der Schweizer TBDV; DIN 38407-42, DIN EN 17892; Site-Preparation-Unterlagen eines LC/MS-Herstellers. Stand: 8. Oktober 2026.

Häufige Fragen zur PFAS-Analytik

Welche PFAS-Grenzwerte gelten im Trinkwasser in Deutschland?
Seit dem 12. Januar 2026 gilt für die Summe von 20 PFAS (Summe PFAS-20) ein Grenzwert von 0,0001 mg/l, also 0,1 µg/l oder 100 ng/l. Ab dem 12. Januar 2028 kommt für die Summe von PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS (Summe PFAS-4) ein Grenzwert von 0,00002 mg/l hinzu, also 20 ng/l. Beide Werte stehen in Anlage 2 der Trinkwasserverordnung.
Welche Bestimmungsgrenze muss ein Labor für PFAS im Trinkwasser erreichen?
Nach Anlage 7 der Trinkwasserverordnung muss die Bestimmungsgrenze höchstens 30 Prozent des Grenzwerts betragen. Für die Summenparameter wird das auf die Einzelstoffe umgelegt: Jeder Einzelstoff muss bis 0,0000015 mg/l, also 1,5 ng/l, bestimmbar sein. Die zulässige Messunsicherheit liegt bei 50 Prozent.
Welche Normen beschreiben die PFAS-Analytik in Wasser?
In Deutschland sind vor allem DIN 38407-42 für Trink-, Grund- und Oberflächenwasser sowie behandeltes Abwasser und DIN EN 17892 speziell für Trinkwasser maßgeblich. Beide arbeiten mit Flüssigkeitschromatographie und Tandem-Massenspektrometrie (LC-MS/MS).
Kann ein Laborcontainer ein akkreditiertes PFAS-Labor aufnehmen?
Ja, wenn Raumklima, Stromversorgung, Gasversorgung, Abluft und Materialauswahl auf die LC-MS/MS-Spurenanalytik ausgelegt sind. Die Akkreditierung erteilt der Container nicht: Ein neuer Messraum oder Standort muss vom Labor mit der Akkreditierungsstelle abgestimmt und im Qualitätsmanagement abgebildet werden.
Warum sind Blindwerte bei der PFAS-Analytik so kritisch?
Gemessen wird im Bereich weniger Nanogramm pro Liter. PFAS kommen aber auch in Laborgeräten und Verbrauchsmaterialien vor, etwa in PTFE-Schläuchen oder PTFE-beschichteten Verschlüssen. Die erreichbare Bestimmungsgrenze hängt deshalb direkt davon ab, wie niedrig ein Labor seine Blindwerte halten kann.
Wie schnell lässt sich zusätzliche PFAS-Laborfläche schaffen?
Ein individuell geplanter Laborcontainer von Planexus wird typischerweise in 8 bis 14 Wochen gefertigt. Hinzu kommen Planung, Genehmigung, Aufstellung, Geräteinstallation und die Abstimmung mit der Akkreditierungsstelle. Wer bis zur PFAS-4-Frist am 12. Januar 2028 zusätzliche Kapazität braucht, sollte 2026 mit der Planung beginnen.
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